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Nora und Susann sind ein eingespieltes Team, das es gemeinsam geschafft hat, Erfolgsgeschichte zu schreiben: Mit der Gründung des Online-Magazins EDITION F haben sie eine Plattform für starke Frauen geschaffen, die die Balance zwischen Job und Leben gekonnt meistern. Die ganze Story dahinter und die damit verbundenen Herausforderungen ihres Arbeitsalltags verraten sie in unserem aktuellen Women to Watch Interview.


Wie sieht ein perfekter Tag bei dir aus?
Susann: Am besten startet er erst nach 8 Uhr – eine Seltenheit mit Kleinkind. Ein guter Kaffee, viel Zeit in der Natur mit Freunden und Familie und ein bisschen Zeit für mich zum Lesen oder gern auch mal eine Pediküre wäre toll. Und, ein gutes Abendessen darf nicht fehlen. Perfekte Tage haben nämlich immer was mit gutem Essen zu tun.
Nora: Freunde, Familie, Meer und gutes Essen.


Wie beeinflusst Social Media dein Leben?
Nora: Da wir mit EDITION F selbst immer stärker zu Community für starke Frauen werden und auch bestehende Social Media Kanäle wie Instagram, Facebook oder Twitter ziemlich zentral für uns sind beeinflusst Social Media mein Leben natürlich elementar. Auch privat nutze ich viele Kanäle und habe dadurch die Möglichkeit mit viel mehr Menschen in Kontakt zu glauben. Wichtig ist nur, auch mal abzuschalten und privat zu sein. Immer online könnte ich nicht sein.
Susann: Mein Handy ist Freund und Feind zugleich. Denn der Klick auf Facebook, Instagram & Co passiert oft automatisiert. Ich liebe die Inspiration und dass Social Media meine Welt über alle Kontinente hinweg verbindet. Aber inzwischen mache ich auch bewusst kleine Auszeiten, z.B. auf dem Spielplatz.



Deine größte berufliche Herausforderung bisher oder der größte berufliche Erfolg?
Nora: Beides unser eigenes Unternehmen EDITION F. Susann und ich kommen beide aus den Geisteswissenschaften und habe gefühlt in den letzten vier Jahren mehrere MBAs gemacht. Wenn man gründet lernt man ständig Neues und bleibt nie stehen. Zu den größten Herausforderungen gehören dabei immer das Geld und große Entscheidungen. Ein großer Erfolg für mich ist, dass wir ein Team mit fast 30 Mitarbeitern haben und über 600.000 Nutzerinnen und Nutzer im Monat, die uns wahnsinnig viele Rückmeldungen geben und das Gefühl vermitteln, dass wir sie im Leben weiterbringen.
Susann: Die größte Herausforderung ist für mich, der ständigen inhaltlichen Weiterentwicklung auch mit dem Team gerecht zu werden. Wir werden immer mehr und das heißt, dass wir hier noch besser werden müssen in unseren Führungsrollen. Das macht wahnsinnig Spaß, ich sehe aber viele Aspekte davon auch als Herausforderung. Nur, wenn wir es schaffen, das Team in alle neuen Entwicklungen mitzunehmen, werden wir erfolgreich. Und hier kann ich auch mit dem zweiten Teil der Frage anschließen. Wir haben ein super Team ohne das EDITION F nicht in der Form existieren könnte. Das ist ein großer Erfolg – denn Menschen an Bord zu haben, die die Vision und die Werte teilen ist für mich ein riesiger Erfolg.



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Deine Geheimwaffe für das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Leben?
Susann: Die ultimative Geheimwaffe sind Kinder: Sie stellen alles auf den Kopf und verändern die persönlichen Prioritäten. Ich habe gelernt, abzugeben und konzentriere mich auf die großen Themen und nicht mehr auf jede organisatorische Kleinigkeit.
Nora: Die habe ich um ehrlich zu sein noch nicht gefunden. Ich mache aktuell noch viel zu wenig dagegen immer verfügbar zu sein und gehe auch stark an meine Grenzen. Ich liebe meine Arbeit sehr und sehe viel von dem, was ich mache, auch als großes Hobby. Trotzdem kommen Sachen zu kurz, die mehr Raum brauchen. Vier Dinge habe ich mir deshalb vorgenommen – der Abend hat sich also gelohnt. Erstens: Mit Suse habe ich für dieses Jahr mehr Urlaub für sie und mich besprochen. Weil Urlaub einfach wichtig ist, um mal wirklich abzuschalten. Zweitens: weniger schlechtes Gewissen. Ich arbeite sehr oft lange Abends und auch am Wochenende. Wenn ich morgens gegen 7 Uhr aufwache, mache ich erstmal Mails und wenn im Urlaub irgendwas sehr akut ist, arbeite ich auch. Im Gegenzug will ich mir auch erlauben, kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, wenn ich mal um 16 Uhr Schluss mache oder erst um 11 Uhr ins Büro komme. Drittens: mehr Zeit für Freunde, Familie und mich. Niemand gibt mir die Zeit je zurück. Also gehen Freunde und Familie auch mal vor. Und weil man selbst zu oft als Letztes kommt, müssen auch feste Termine für mich gemacht werden. Viertens: Ich nehme mir ganz fest vor, sobald es mit meinem Bonuskind (14 Jahre) zu Hause möglich ist, im Winter zwei Monate von da aus zu arbeiten, wo es schön warm ist. Und 2020 könnte es zum ersten Mal soweit sein, wenn die Kleine im High-School-Jahr ist.




Wie wichtig ist dir Mode?
Susann: Ich habe Spaß an Mode. Sie kann mir in jedem Fall ein gutes Gefühl verleihen, mich stärker machen. Aber ich sehe das auch oft pragmatisch – insbesondere seit mein Sohn mich auf den Spielplätzen stark fordert.
Nora: Definitiv wichtig. Besonders wichtig ist mir, mich immer wohl zu fühlen.


Was ist Eleganz für dich?
Nora: Ich mag es eher klassisch-schlicht. Weniger ist oft mehr.
Susann:Abendgarderobe ist nicht so mein Ding. Auch für festliche Anlässe kaufe ich Dinge, die ich später für jeden Tag kombinieren kann. Ich setze also auf natürlich Eleganz. Anziehen, was einen gut fühlen lässt. Das wird es schon richten.


Wenn du nur fünf Kleidungsstücke behalten dürftest, welche wären das?
Susann: High-Waist Jeans, meine pinkfarbene Seidenbluse, Chucks, Wildleder-Bomberjacke und ein langes Seidenkleid mit Gürtel.
Nora: Eine Jeans, ein weißes hochwertiges T-Shirt, ein langes Kleid, ein Trenchcoat und ein paar Espandrilles.


Wer sind deine weiblichen Vorbilder?
Nora: Tatsächlich treffe ich jeden Tag neue und lasse mich von vielen Frauen und Männern in meinem Umfeld inspirieren. Meine Mutter spielt natürlich eine ganz besondere Rolle, sie hat meinen Charakter und meine Werte nachhaltig geprägt.
Susann: Meine Mama hat auch bei mir einen großen Einfluss. Bis heute. Ansonsten finde ich viele Frauen toll, zuletzt hat mich die heute 80-jährige Marlies Krämer begeistert. Sie hat schon vor vielen Jahren angefangen, ihr Recht auf genderspezifische Sprache einzuklagen. Ein coole Vordenkerin.


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